1. Bundesliga Damen – Emma, Lara und Achim im Gespräch

Geschrieben von Sonja am Dezember 29, 2017 in Sonstige Wettkämpfe

Wir nehmen Laras und Emmas erfolgreichen Einstieg ins Bundeligateam 2017 zum Anlass, ihre Entwicklung und auch die Leistung ihres Trainers zu würdigen und haben die drei zur letzten Saison befragt.

Lara, Emma, Glückwunsch zum tollen Einstieg ins Abenteuer Erste Triathlonbundesliga. 2017 ward ihr erstmals für die Sprintdistanz startberechtigt. Und dann gleich in einem Feld mit der nationalen Spitze und auch mit internationalen Athletinnen. Wie groß war der Respekt?
Emma: Ich hatte schon ordentlich Respekt. Aber nicht so sehr vor dem Rennen. Mehr vor dem Starterfeld. Bisher standen wir ja immer neben Gleichaltrigen am Start. Das war nun etwas anders.
Lara: Bei mir war es ähnlich, neben all den bekannten Namen an der Linie stehen, das war schon was Besonderes!

Beschreibt doch kurz Eure Premierenrennen. Emma, Du bist in Münster erstmals für unser Team in der Bundesliga gestartet. Lara war in Tübingen erstmals dabei. Habt Ihr was verändert in der Vorbereitung? Wie war das Rennen selbst? Wo war der Unterschied zu dem, was Ihr bisher im Triathlon erlebt habt?
Lara: Eigentlich war Tübingen nicht von Anfang an geplant. Daher hatte ich auch keine perfekte Vorbereitung. Es war eine Woche nach der DM in Merzig. Wir waren gerade im Urlaub. Ich hätte nie gedacht, dass ich dort so erfolgreich seien würde (25.Platz). Und es hat mir richtig Spaß gemacht.
Emma: Bei der Vorbereitung hat sich nicht viel verändert. Das Drumherum beim Wettkampf ist schon recht professionell. Die Stimmung beim Rennen selbst und die Motivation dank der vielen Zuschauer am Streckenrand war schon sehr gut. Und ich war dann auch sehr zufrieden mit meiner Leistung.

Bei den letzten beiden Starts in Grimma und Binz seid Ihr zusammen gestartet, jeweils mit Sonja und Larissa, wie war die Stimmung im Team. Haben Euch die Älteren an die Hand genommen? Wie ist es Euch ergangen, welche Erfahrungen habt Ihr gemacht?
Emma: Die Stimmung war positiv und locker. Wir haben uns gegenseitig motiviert. Sonja und Larissa mussten uns nicht an die Hand nehmen. Die eine oder andere Frage haben sie uns aber schon beantworten müssen.
Lara: Genau, wir sind ja auch schon länger im Geschäft, aber ein paar Tipps sind immer hilfreich!

Achim, Du kennst Emma und Lara ja schon seit Jahren, hast sie trainiert und z.B. beim Deutschlandcup auch betreut. Wie schätzt Du die Leistung in ihrem ersten Bundesligajahr ein?
Achim: Ja, die beiden sind bei uns im Verein „groß“ geworden. Für mich ist es die eigentliche Motivation, so ein Bundesligaprojekt zu betreiben: dass der eigene Nachwuchs im Verein die Möglichkeit findet, sich sportlich weiterzuentwickeln. Wir müssen insbesondere unseren Nachwuchsleuten eine Perspektive bieten, um den unglaublichen Trainingsaufwand, der für solche Leistungen in unserer Sportart erforderlich ist, zu bewältigen. Emma und Lara sind in diesem Jahr quasi ohne Zwischenstation (Regionalliga, 2.Bundesliga) direkt in die Eliteliga durchgestartet und standen unvermittelt mit Weltklassedamen wie Andrea Hewitt, Rachel Klamer und Emma Jackson Schulter an Schulter. Das Erstaunlichste für mich ist, dass sie sofort ohne Flattern 100% Leistung abgerufen haben und zu den fleißigsten Punktesammlern im Team wurden.

Wie sollte es aus Deiner Sicht weitergehen, wie schätzt Du ihr sportliches Potenzial ein?

Achim: Natürlich haben beide großes Potenzial, aber man sollte die Erwartungen jetzt nicht zu hochschrauben. Für die Entwicklung, die beide im vergangenen Jahr durchgemacht haben, haben andere Jahre gebraucht. Jedem muss klar sein, dass es nicht immer nur geradlinig nach oben geht.

Lara, Du wurdest vor kurzem für den D/C Kader der Deutschen Triathlon Union nominiert. Was war das entscheidende Kriterium? Was ändert sich dadurch für Dich? Ist die Kadernominierung auch ein Ziel für Emma?
Lara:  Die Berufung in den Kader war schon ein großer Erfolg für mich. Ausschlaggebend waren wohl die beiden 11. Plätze unter den deutschen Starterinnen in der ersten Bundesliga in Binz und Tübingen. Ich kann jetzt an Lehrgängen des Kaders teilnehmen. Einen hatte ich schon im November in Kienbaum, der war nicht ohne!
Emma: Die Kadernominierung ist schon ein Ziel. Ich mache mir da aber keinen Druck.

Lara, Emma: Wie sieht der Trainingsumfang zurzeit aus? Steht Euer Wettkampffahrplan schon für 2018?
Emma: In den letzten Wochen musste ich das Training etwas zurückschrauben, da einige Prüfungen in der Schule anstanden. Im neuen Jahr geht es dann wieder richtig los. Die Starts beim Deutschland-Cup in Forst und Grimma (DM) stehen fest im Kalender. Ebenso der KondiusMan am 6. Mai. Und dann wartet ja noch die 1. Bundesliga.
Lara: Ich stehe aktuell ganz gut im Training, hatte ja wie gesagt auch schon einen Lehrgang mit dem D/C-Kader. 2018 starte ich wie in den letzten beiden Jahren bei der Duathlon-DM in Alsdorf, dann folgen der KondiusMan und der DTU-Cup in Forst, die DM in Grimma und hoffentlich auch die 1. Bundesliga.

Achim, nach drei Jahren in Liga 1 die Bitte um ein Fazit. Wie hat sich die Mannschaft entwickelt? Wird es Neuzugänge in 2018 geben? Kannst Du einen kurzen Ausblick geben, wo die Reise hingeht?
Achim: Der Aufstieg in die 1.Liga ist schon ein Kraftakt für sich. Die eigentliche Herausforderung ist, auch langfristig oben zu bleiben. Es ist schon Wahnsinn mitzuerleben, wie rapide die Leistungsdichte und Professionalität in den letzten Jahren zugenommen hat. Wir müssen froh sein, wenn wir mit unseren bescheidenen Mitteln einigermaßen Schritt halten können. Durch die Deutschlandcuprennen und die Nachwuchs DM mussten wir ja anfangs weitgehend auf Emma und Lara verzichten. Beide haben dem Team in den letzten Rennen nochmal einen anständigen Kick gegeben, so dass die Tendenz gegen Ende der Saison deutlich nach oben ging. 

Für 2018 hoffen wir auf 1-2 Neuzugänge, um dem Team mehr Stabilität zu geben. Durch die zahlreichen Konkurrenztermine (z.B. DM, Deutschlandcup) zeichnen sich bereits terminliche Engpässe ab, die es zu überbrücken gilt. Wie gesagt, heißt für mich die Devise 2018: Schritt halten. Weiter nach oben zu schielen, wäre bei unseren Möglichkeiten unrealistisch.
Sport ist ja nicht alles im Leben.

Lara, Emma, 2017 habt Ihr Euren MSA gemacht. Wie geht es schulisch und beruflich weiter, welche Pläne habt Ihr?
Emma: Das Abitur zu machen, ist erstmal mein oberstes Ziel. Danach ist noch alles offen.
Lara: Richtig, Schule geht vor. Zu sagen, was nach dem Abitur kommt – dafür ist noch etwas zu früh.

Achim, was würdest Du den Mädels als Ratschlag für Ihre persönliche Entwicklung mit auf den Weg geben.
Achim: Da meine Erfahrung ist, dass man im Sport fürs Leben lernt, würde ich nie zwischen sportlichem und persönlichem Leben unterscheiden. Ich möchte mir eigentlich nicht anmaßen, anderen Ratschläge zu erteilen. Dafür sind die Menschen zu unterschiedlich. Ich für meinen Teil habe ja schon einige Jährchen auf dem Buckel und habe demzufolge auch immer wieder mal Nackenschläge einstecken müssen. Damit muss man rechnen und darf sich nicht aus der Bahn werfen lassen. Never give up!

Vielen Dank für Eure Zeit! Wir wünschen Euch für 2018 viel Erfolg und Gesundheit!

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