Sonstige Wettkämpfe

Berlin Triathlon XL Langdistanz – Stefan auf Platz 2 und BBM

Von 20. Juli 2017 No Comments

In Rübezahl am Müggelsee fand auch dieses Jahr wieder der große Bruder des Berlin Triathlon statt. Stefan Meissner wagte sich für den TuS auf die Langdistanz. Mit Erfolg! Seinen Bericht gibt es hier:

Da ich letztes Jahr nur an der Duathlon-Startlinie stand, wollte ich mich anno wieder im Triathlon versuchen. Der große Höhepunkt wird der Ironman Wales im September. Hierfür wollte ich einen geeigneten Test absolvieren. Die Mitteldistanz schien mir da dann aber doch zu kurz, warum nicht also gleich auf die volle Distanz gehen und versuchen sich wenigsten ein paar Körner aufzuheben!?

Die Nacht war natürlich sehr kurz, interessanterweise konnte ich auch vor Anspannung kaum schlafen, obwohl es ja nur ein Test werden sollte. 4:30 Uhr stand ich dann endlich auf. Haferbrei und einen starken grünen Tee gab’s zum Frühstück und dann ging es auch schon zum Einfahren: 15km ganz entspannt zum Müggelsee. Beim Check-In gab mir DOB (heute als Kampfrichter) noch ein paar Tipps und half, die Aufregung zu mildern.

Das Wetter hätte wohl kaum besser sein können. Die Wassertemperatur wurde mit knapp unter 21 Grad gemessen, tagsüber wurde es auch nur knapp über 20 Grad. Da es windstill war, gab es auch keine Wellen. Punkt 7 Uhr ging es auf die 2 Schwimmrunden im Dreieckskurs los. Einen entspannteren Start habe ich noch nie erlebt, was sicherlich auch kein Wunder ist bei ca. 60 Startern. Ich fand ein paar gute Beine, so dass ich mich ziemlich entspannen konnte. Auf der Parallelgeraden blendete ordentlich die Sonne, gut das es hier ein kleines Schiff als Orientierung und Wende gab. 35min waren nach der ersten Runde bereits rum, rauf auf den Steg, kurzer Landgang, dabei Arme ausschütteln und ab in die 2. Runde, die ähnlich ablief. Nach für mich echt guten 1:11h wechselte ich als 9. aufs Rad.

Die 176 Radkilometer sind echt schnell, guter Asphalt und nur ein paar wenige flache Wellen, über 95% konnte ich aufm Aufsatz fahren. Es gibt zunächst einen Zubringer zu einer 20,6km Runde bei Storkow, welche 6 Mal absolviert werden muss. Vielleicht nicht jedermanns Sache. Ich habe mit so etwas aber nie Probleme. Die Ausschilderung war super gemacht, der Verkehr hat nur in den Dörfern mal genervt und etwas blockiert.

Am Anfang war nichts los, keine Mitstreiter weit und breit. Erst ab der 2. Runde tauchten die Starter von der Mitteldistanz auf, ab der 3. Runde musste ich beim Überholen aufpassen. Nach 90km in 2:29h dachte ich eigentlich, dass ich zu schnell bin. Da ich aber kaum Anzeichen der Ermüdung wahrnahm, fuhr ich meinen Rhythmus einfach weiter. Auf der zweiten Hälfte kam dann leichter Wind auf und es zog etwas zu. Ist alles aber kein Problem gewesen, es blieb komplett trocken.

Die Verpflegung wurde gut gereicht, ich versuchte immer ordentlich Flüssigkeit zu mir zu nehmen, beim „Essen“ kam ich für den kompletten Wettkampf mit 3 Gels und ein paar Bananenstücken aus. Die letzten 5 Kilometer nahm ich etwas raus und versuchte mich schon aufs Laufen einzustimmen. Die reine Radzeit, ohne Wechsel, betrug dann 4:55h. Damit hätte ich gar nicht gerechnet, es hat sich auch bis zum Schluss sehr stabil angefühlt. Mit dem 5. besten Radsplit war ich dann bereits auf Gesamtplatz 6.

Nach meiner Knieverletzung im Frühjahr konnte ich noch gar nicht so viele Laufkilometer dieses Jahr absolvieren. Daher setzte ich auf meine Erfahrung, um den Marathon gut über die Bühne zu bringen. Es galt eine 7 Kilometer Runde erneute 6 Mal zu meistern. Leider lief es von Anfang an sehr unrund, so richtig wohl habe ich mich beim Laufen nicht gefühlt. Aber ich war auch nie komplett im Eimer. Der Halbmarathon war nach 1:40h absolviert, was auch bedeutete das ich unter 10h finishen konnte, 2 Stunden waren ja noch Zeit. In der vorletzten Runde kam dann Sebastian Hauer aufm Rad mit der Mitteilung, ich solle doch bitte meinen 2. Platz verteidigen. Das motivierte mich dann doch noch mal ordentlich. Zuvor hatte ich keine Ahnung, auf welcher Position ich mich befand, da das auch durch die Mitteldistanz unterging. Die letzte Runde war auch gar nicht so schlimm. Der Zielkanal ist schon echt cool gemacht, so dass ich mit einem richtig breitem Lächeln in 9:48h finishte.

Der Sieger hatte 8min Vorsprung, was mir auch nicht unerreichbar erscheint. Wobei man sagen muss, dass mit Philipp Ellert in 8:44h noch jemand aus einer anderen Liga mitspielte. Richtig bitter für ihn jedoch, dass er unverschuldet disqualifiziert werden musste. Er ist wohl dem Führungsmotorad  hinterher gefahren, welches jedoch falsch fuhr. Letztendlich hatte er genauso viele Kilometer aufm Tacho. Immerhin wird er in der Ergebnisliste ganz oben geführt und bekam auch den triathlon.de Gutschein bei der Siegerehrung.

Da der Triathlon XL dieses Jahr auch die Berlin-Brandenburger Meisterschaft auf der Langdistanz war, konnte ich hier den Titel abstauben. Insgesamt war die Veranstaltung richtig gut organisiert und ein sehr gelungener Test für mich. Ich hoffe sehr, dass ich mich in Wales noch einmal steigern kann. Gerade beim Laufen sehe ich noch Luft nach oben, wobei der IM Wales ja deutlich heftigere Strecken hat. Jetzt erst mal ausruhen, sowohl körperlich als auch mental.

Text und Fotos: Stefan M.

Ergebnisse gibt es hier.