Sonstige Wettkämpfe

IRONMAN France Nice 2014

Von 29. Juni 2014 Juli 8th, 2014 No Comments

Am traumhaften Strand der Côte d’Azur in Südfrankreich startete dieses Jahr am 29.06. das 10 jährige Jubiläum des IM Nizza. Für den TuS mit dabei war Stefan Meißner.

Die Vorbereitung lief alles andere als optimal. Seit Mitte März musste ich auf Grund einer Marschfraktur im Mittelfußknochen das Laufen aussetzen, darunter litt jedoch auch die Motivation für das übrige Training. Ankommen war somit das oberste Ziel.

Der IM ist wirklich gut organisiert: Freitag gab es eine unterhaltsame Willkommensparty/Pastaparty und das Race Briefing, Samstag den RadCheckIn. Sonntag ging der Tag für mich um kurz vor 4 los. Essen und trinken was geht, obwohl ich echt nicht viel runterbekommen habe. Ab zum Rad und Luftaufpumpen. Nervös zwischen Rad, Toilette und dem Fanclub umherirren. Dann ging es auch schon los Richtung Strand.

im_nice_swim

Leider konnte ich mich nicht einschwimmen, da der Zugang zum Schwimmstart arg verstopft war und es kein durchkommen gab. 10min vorher ordnete ich mich dann im Bereich von 1:10h ein, da das meine 4km Zwischenzeit vom Hechtsprung war. 5min starteten die Profis rund um den späteren Sieger Bert Aeronaut. Gänsehautfeeling, sowohl alle Agegrouper als auch die Zuschauer im Rücken machten ordentlich Stimmung. Dann der Start, sofort ging das Hauen und Stechen los. Ich musste mehrere Tritte einstecken und kam mit einer aufgeplatzten Lippe noch gut bei weg. Der erste Kilometer war eher ein Stop&Go, teilweise ging es sogar rückwärts. Immerhin war das Mittelmeer sehr ruhig. Es galt zwei Runden zu absolvieren, einschließlich Landgang. Hier gab es auch wieder großes Gedrängel. Die zweite Runde ging dann recht schnell vorbei. Die Schwimmzeit war mit 1:15h noch im Rahmen, aber auch nicht das Erhoffte. Zur T1 ging es eine Treppe rauf, erneut Stau. Währendessen sehr nervig, aber im Nachhinein vielleicht gar nicht so schlecht, da man dadurch wieder etwas runter kommt und sich den Wechsel im Kopf noch mal durchspielen und sich mental auf die Radstrecke vorbereiten kann.

Mit mehr als 1800 Höhenmeter gilt das Radfahren in Nizza als sehr anspruchsvoll. Auf den ersten 20km ist noch Schonzeit, danach geht es aber schon gleich steil. Ab Kilometer 50 kommt ein 20km Anstieg mit um die 1000 Höhenmeter. Da ging es mit 18kph hoch. Danach war ich schon ordentlich breit, zumal das Wetter so langsam umschlug und sich hier und da kleine Tropfen und Briesen bemerkbar machten. Bei der Halbzeit war ich dann auch schon gute 3Stunden unterwegs, wusste aber das die Strecke nun schneller wurde. So jedenfalls die Hoffnung. Allerding machte dann ein Gewitterguß die schnelle Abfahrt zu nichte. Berichten zu folge kühlte es auf 11 Grad ab. Die Straßen standen teils heftig unter Wasser, wodurch sich viele Stürze ergaben. Die Kurven schlich ich fast im Schritttempo runter. Ich kam heilfroh wieder an. Die 5:48h wurden dadurch zur Nebensache, auch hier hatte ich mit einer besseren Zeit gerechnet.

Für das Laufen wechselte ich das komplette Outfit und das Wetter wurde wieder angenehmer. Natürlich lief ich wesentlich zu schnell an, man will es ja immer nicht wahrhaben, dass sich so ein Marathon ewig ziehen kann. Die ersten 5km einen 4:30er Schnitt, die Hälfte hatte ich nach 1:40h. Jetzt sollte sich die Erschöpfung und das fehlende Lauftraining bemerkbar machen. An den Verpflegungspunkten gab es dann immer Gehpausen, die jedesmal länger wurden. Zum Glück hielt der Mittelfuß, nur die Beine wollten nicht mehr, aber deswegen aufgeben gibt’s nicht beim Ironman. Die gute 10km Wendestrecke an der Promenade des Anglais ist dann auch echt gemein, da man die kompletten 5km einblicken kann. Und 5km sehen verdammt lang aus. Ich erinnerte mich an die Eggers’sche Taktik, wonach man ein paar Schritte geht und Faktor 2-3 Schritte ‚läuft‘. Durch die Anfeuerung der Zuschauer ging das dann auch.

Das Ziel erreichte ich dann überglücklich mit einer Marathonzeit von 4:00h und einer Gesamtzeit von 11:18h. Ich war zufrieden, immerhin ging es primär ums Finishen. Den Montag und Dienstag danach konnte ich noch die Landschaft und Kultur vor Ort genießen, die allemal sehr sehenwürdig ist. Ob es nächstes Jahr noch mal nach Nizza geht, wird sich in den nächsten Monaten entscheiden. Eine Empfehlung für alle anderen kann ich aber definitiv geben. Es ist schon ein unvergessliches Erlebnis.